So funktioniert die Zielzeit-Prognose
Lineare Hochrechnung hält deine Pace einfach konstant: Wer 10 km in 50:00 läuft, bekäme einen Marathon in 3:30:58. Das ist für lange Strecken zu optimistisch und für kurze zu pessimistisch – niemand hält 10-km-Tempo über 42 km durch.
Die Riegel-Formel (Peter Riegel, 1981) bildet diese Ermüdung ab: T₂ = T₁ × (D₂ ÷ D₁)1,06. Der Exponent 1,06 bedeutet, dass jede Verdopplung der Distanz rund 4 % Pace kostet. Aus denselben 50:00 auf 10 km ergibt sich ein Marathon in 3:50:00 – ein deutlich realistischeres Ziel als die linearen 3:31.
Wann die Prognose stimmt. Riegel funktioniert am besten, wenn die Referenzdistanz mindestens ein Drittel der Zieldistanz beträgt und du für die längere Strecke trainiert bist. Einen Marathon aus einem 5-km-Lauf zu prognostizieren fällt meist zu schnell aus; vom Halbmarathon aus ist die Schätzung verlässlich. Hitze, Höhenmeter und Streckenprofil werden nicht berücksichtigt.
Meilenstein-Badges markieren, wenn eine prognostizierte Zeit nur wenige Sekunden von einer klassischen Schallmauer entfernt ist (Sub-20 auf 5 km, Sub-4 im Marathon usw.). In der Pace-Tabelle siehst du, wie viel schneller pro Kilometer du dafür sein müsstest.